Fassaden aus Terracotta

Architekten suchen anhal- tend nach neuen Materialien und Technologien, mit denen sie ihren Projekten ein nach- haltiges, ökonomisches und individuelles Gesicht geben können. Nicht selten stossen sie dabei auf Produkte, die sich schon seit Anbeginn des Hausbaus bewähren.

Wer vorausschauend und umsichtig bauen will, widmet sich heute auch den Fragen nach Ökobilanz, Lang lebigkeit und Folgekosten des Baumaterials. Dabei fällt seit einiger Zeit auf, dass unter diesen Aspekten zunehmend wieder traditionelle Naturbaustoffe ins Bewusstsein rücken. Neben Holz, Naturstein, Lehm, Kork oder Wolle zählt auch der Ton dazu. Er gibt einen natürlichen, ressourcenschonenden und besonders widerstandsfähigen Baustoff ab und gehört daher in der Baustoffindustrie zu den wichtigsten Rohstoffen. Für Dach- und Mau- erwerkziegel sowie für Fassaden- und Pflasterklinker lässt sich der Ton in feuchtem Zustand optimal formen. Danach wird er gebrannt, um ihn stabil und wasserundurchlässig zu machen. Die so entstehende Keramik kann als eines der vielseitigsten Materialien in der Architektur überhaupt betrachtet werden. Speziell auch moderne Herstellungs- und Veredelungsverfahren sorgen für eine grosse Vielfalt und machen das Material dabei auch noch pflegeleicht sowie sehr langlebig und wartungsfrei.

Terracottafassade

Traditionell zeitgemäss: Keramikfassaden

Baumaterialien aus Ton knüpfen an eine lange historische Tradition an – schon seit der Jungsteinzeit sind sie ein wichtiger Bestandteil solider und beständiger Bauwerke. Gleichzeitig ist Ton sehr zeitgemäss, weil er ein reines Naturprodukt ist, das reichlich in der Erdkruste vorkommt und oberflächennah abgebaut werden kann. Beim Abbau entstehen kaum Abfälle, weil diese ständig wiederverwendet werden können, ebenso ist das Material rezyklierbar. Dabei wird der Ton meist regional abgebaut, was lange Transportwege erspart.

Für die Herstellung von Ziegeln, Klinkern und Co. wird allerdings in der Regel kein reiner Ton verwendet. Das Material, das aus der Zersetzung von Gesteinen, genauer Feldspaten, entstanden ist, würde beim Trocknen zu stark schrumpfen und beim Brennen wieder stärker aushärten als gewünscht. Daher werden je nach Einsatzgebiet verschiedene Zusatzstoffe beigegeben, die zu den erforderlichen Eigenschaften führen. Diese Eigenschaften umfassen unter anderem eine ausgezeichnete Witterungs-, Temperatur- und Korrosionsbeständigkeit. Das macht Ton oder Terracottaziegeln und -schindeln auch zur idealen Wahl für Fassaden. Keramikfassaden sind zunehmend auf dem Vormarsch. Sie sind nicht nur sehr natürlich und robust, sondern anderen Fassadenmaterialien oft auch in puncto Wärmedämmung und Isolierung überlegen.

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3D, Schindeln, Platten oder Baguettes?

Die neusten Keramikfassaden profitieren von weiterentwickelten Herstellungs- und Bearbeitungsmethoden, wie modernsten Brenntechniken und Mischverfahren. Damit können die unterschiedlichsten Texturen und Farbeeffekte erzielt werden. Die gesamte Farbpalette ist umsetzbar, was sehr individuelle Farbkonzepte möglich macht. Glasierte, auch mehrfarbig gestaltbare Terracotta-Elemente bieten eine grosse Leuchtkraft und sorgen für lebendige Lichteffekte. Weiteren Gestaltungsspielraum bieten Effektglasuren mit Pigmentierung oder Punktierung sowie matte Ausführungen oder Engoben. Zusätzlich zum Engoben- oder Glasurauftrag lässt sich die Oberfläche auch durch mechanische Mittel beeinflussen. Dazu kann man sie aufrauen, prägen, perforieren oder besanden. Je nachdem erzeugen Licht und Witterung dann ganz unterschiedliche Effekte und Patinierungen.

So vielfältig wie die Farbgestaltung ist auch die Formbarkeit des Tons. Von kleinen, kachelähnlichen Tafeln als Dreiecke oder Vierecke, über Schindeln, eckige oder runde Baguettes bis hin zu grossen Platten von über zwei Metern Länge sind die unterschiedlichsten Varianten möglich. Auch keramische Sonderformen lassen sich umsetzen. Speziell sind dabei dreidimensionale Effekte. So können 3D-Kacheln im Giess- oder Pressverfahren in fast jeder beliebigen Form individuell hergestellt werden.

Auch aufgrund ihrer Anbringungsart gilt die Keramikfassade von heute als wegweisend. Die heute möglichen, praktisch unsichtbaren Unterkonstruktionen bestehen aus jeweils wandgerechten Tragprofilen und erlauben nicht nur, die Keramik-Elemente einfach anzubringen und bei Bedarf auszutauschen, sondern auch eine homogene und gleichmässige Dämmung der Gebäudehülle herbeizuführen.

Der Werkstoff Ton ermöglicht also in der Kombination mit entsprechenden Befestigungssystemen langlebige und natürliche Fassaden, die gleichermassen gestaltungsfreundlich wie nachhaltig sind.

 

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Künstlerisches Potential

Für das neue Klubhaus der Swiss Re Investments AG in Zürich plante die Bauherrschaft von Beginn an auch Kunst am Bau ein. Um bereits während der Entwurfsphase den geeigneten Werkstoff für die Kunstinstallationen zu finden, liessen sich ausgewählten Planer von SAM Architekten durch die GFT Fassaden AG beraten: Gesucht war ein Material, das sich innen wie aussen einsetzen lässt sowie einwandfrei und langlebig funktioniert. Dafür erstellte GFT schliesslich Basismuster von Kacheln aus Giesskeramik mit 3D-Oberfläche. Den von der Swiss Re eingeladenen internationalen Künstlern wurden die Gestaltungs-Möglichkeiten und Produktionsverfahren von Giesskeramik vorgestellt. Daraufhin konzipierten die Künstler ihre Werke und entwarfen Vorschläge für die Kachel-Gestaltung.

Die gft Fassaden AG ist im Bereich Fassaden aus Giesskeramik, Keramik und Terracotta Marktführer in der Schweiz: www.gft-fassaden.swiss

 

Text: Nicola Schröder (Hauseigentümer September 2021)

SwissRe Klubhaus